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Unser Bild vom Kind
Das Kind ist ein selbständiger, handlungsfähiger Mensch. Es besitzt eine schier unerschöpfliche Neugier, die es in jeder Sekunde seines Lebens befriedigt haben möchte. Auf der Suche nach seinen Antworten ist es bereit, durch die Höhen und Tiefen seines Lebens zu gehen, um zu erkennen wo sein Platz ist. Je mehr Möglichkeiten, je mehr Platz wir unseren Kindern auf dieser Suche geben, desto schneller haben sie IHREN Platz gefunden.
Unsere Aufgabe

Es ist unsere Aufgabe, den Kindern Reize und Informationen zu geben. Wir bestärken im Kind die Kraft sein eigener Lehrer zu sein, denn ein Kind ist nicht belehrbar, es lernt nur durch sich selbst.
In der Praxis sieht es so aus, dass wir die Kinder immer wieder genau beobachten und

ihnen gegebenenfalls Hilfestellung geben (auf Anfrage der Kinder oder nach eigenem Ermessen).
Wir erweitern ihre Erkenntnisse und Erfahrungen und geben ihnen neue Anreize, die sie eigenständig oder/und mit uns erweitern und ausbauen.
Unsere Ziele               
Das übergeordnete Ziel heißt "Zusammenarbeit von Körper und Geist", in einem Rahmen der Weite und der Freiheit, die jeder Mensch braucht um sich selbst zu formen.

Was gehört - näher betrachtet - dazu?
1. Das Verständnis für Natur und Umwelt. Die Pflanzen und Tiere leben und fühlen, sie verändern sich durch die Jahreszeiten und fordern von uns einen behutsamen, verständnisvollen Umgang (kein lebender Baum wird an- oder abge-sägt, kein Tier wird länger als die Beobachtung festgehalten oder eingesperrt).
2. Die Neugier. Wie häufig werden Fragen gestellt, „Wie heißt der Pilz ?" „Woher kommt der Käfer?" „Wie baut man eine Brücke ?" . Der Wald bietet ein großes Potenzial an Neugier und Wissbegier, die wiederum zu Abenteuerlust und Entdeckungsfreude werden.
3. Das Sozialverhalten. 15 Kinder und 2 Erwachsene die 5mal in der Woche 4 Stunden miteinander verbringen und das über Monate oder sogar Jahre, ergibt eine eingeschworene
Gemeinschaft. Regeln werden besprochen und eingehalten, Konflikte untereinander ausgelebt und gelöst, Hilfestellungen geleistet, Ratschläge gegeben, Erfahrungen gesammelt - kurzum eigene Gefühle werden gelebt und die Gefühle anderer werden geachtet.
4. Die Selbstständigkeit. Selbstständige Entscheidungen und die dazugehörige Verantwortung werden getragen, dazu gehören u.a. die Dinge, die in den Wald mitgenommen werden (Rucksack und Inhalt, Kuscheltiere, Mütze, Handschuhe) werden auch wieder mit zurück genommen. Die Entscheidung auf einen Baum zu klettern, über einen Graben zu springen, einen großen Ast zu tragen, mit der Säge zu arbeiten, mit dem Messer zu schnitzen, werden selbstständig gefällt. Daraus entsteht für jeden einzelnen eine gute Selbsteinschätzung.
5. Die Phantasie des Kindes fordern. Aus der Phantasie, die im Kopf entsteht, entwickelt sich die Kreativität, die dem Körper entspringt - aus dem Stein wird ein Geschenk für Mama, aus dem Ast der Hexenbesen, aus dem Blatt eine Krone.
12 Forderungen eines Kindes an seine Eltern/Erzieher    von Lucia Felder
1. Verwöhne mich nicht! Ich weiß genau, dass ich nicht alles bekommen kann - ich will dich nur auf die Probe stellen
2. Sei nicht ängstlich im Umgang mit mir standhaft zu bleiben! Mir ist Haltung wichtig, weil ich mich dann sicherer fühle.
3. Weise mich nicht im Beisein anderer zurecht, wenn es sich vermeiden lässt! Ich werde deinen Worten mehr Bedeutung schenken, wenn du zu mir unter vier Augen sprichst.
4. Sei nicht fassungslos, wenn ich dir sage : „ Ich hasse dich!" Ich hasse nicht dich, sondern deine Macht, meine Pläne zu durchkreuzen.
5. Bewahre mich nicht immer vor den Folgen meines Tuns! Ich muss auch peinliche und schmerzhafte Erfahrungen machen, um innerlich zu reifen.
6. Meckere nicht ständig! Ansonsten schütze ich mich dadurch, dass ich mich taub stelle.
7. Mache keine vorschnellen Versprechungen! Wenn du dich nicht an deinen Versprechungen hältst, fühle ich mich schrecklich im Stich gelassen.
8. Sei nicht inkonsequent! Du machst mich unsicher und ich verliere mein Vertrauen zu dir.
9. Unterbrich mich nicht und höre mir zu, wenn ich dir Fragen stelle! Sonst wende ich mich an andere, um dort meine Informationen zu bekommen.
10. Lache nicht über meine Ängste! Sie sind erschreckend echt, aber du kannst mir helfen, wenn du versuchst mich ernst zu nehmen.
11. Denke nicht, dass es unter deiner Würde sei, dich bei mir zu entschuldigen! Ehrliche Entschuldigungen erwecken bei mir ein Gefühl von Zuneigung und Verständnis.
12. Versuche nicht, so zu tun als seist du perfekt und unfehlbar! Der Schock ist groß, wenn ich herausfinde, das du es nicht bist.